Spiel ohne Grenzen "Classic"


 

Rückblick: Spiel ohne Grenzen "Classic" am 01.08.2009
 

Nach genau 10 Jahren Unterbrechung hat der Förderverein Fußball des TSV Kuppingen wieder einen Sport- und Spieltag auf dem Sportgelände unter dem Motto Spiel ohne Grenzen "Classic" durchgeführt.
12 Teams haben an der Neuauflage teilgenommen.
Mit dabei waren die Damenmannschaften von Ramazz Mias, die Turboschnecken und die Landfrauen Affstätt. Bei den Herren haben das HCK Team, die Jungs von Mon Cheri, das Gasthaus Sonne und die aktiven Fußballer des TSV teilgenommen. Das Feld wurde komplettiert durch die gemischten Mannschaften von den Fantastischen 4x2, der TSV Kuppingen AH, der evangelischen Gemeinde Kuppingen sowie den beiden Jugendteams Schwach und Schwächer und den New Kids ohne Bock.
Nach fast 6 Stunden mit dem Reifen rollen, der Vierbeinstaffel, dem Rugeleslauf, dem Bierdeckel werfen, dem Torschuss schätzen oder aber dem traditionellen Skilaufen und dem Seil ziehen standen die Sieger erst im Anschluss an das Schwammkopfspiel fest.

Bei den Herren waren die Jungs vom HCK (wie schon vor 20 Jahren) mit ihren insgesamt 84 Punkten nicht zu schlagen. Die Landfrauen Affstätt entschieden den Damenwettbewerb mit 47 Punkten und die ev. Gemeinde Kuppingen den Wettkampf der gemischten Teams mit 72 Punkten.
Bei der Jugend hatte es die Mannschaft Schwach und Schwächer auf enorme 71 Punkte gebracht und hatte damit die drittbeste Punktzahl.
Man hat deutlich gesehen, dass sich ein richtig eingesetzter Joker natürlich ungeheuer bezahlt macht.
Der Förderverein Fußball sowie das Sportheimteam bedanken sich bei allen Teilnehmern, den Fans und den Gästen der anschließenden Biergartenparty.
Bis lange in die Nacht hinein wurde auf die Musik von DJ Joschi getanzt und geschwoft.
 

Vielen Dank vom Orgateam

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  


  

 

Zeitungsbericht im Gäubote vom 03.08.2009

 

Abenteuer auf der Toilettenschüssel
Lang, lang ists her, seit die "Spiele ohne Grenzen" über deutsche Bildschirme flimmerten. In Kuppingen hat man die beliebteste deutsch-europäische Spiele-Show der 70er Jahre nicht vergessen. Lange allerdings ist es auch her, seit man dort unter demselben Motto kämpfte. Am Samstagnachmittag war Revival.
 


Alles nur Spaß: "Spiele ohne Grenzen" in Kuppingen

GB-Foto: Schmidt

von Thomas Morawitzky

"Spiele ohne Grenzen - Classic" heißt das in diesem Jahr. Der Grund: Nach zehn Jahren Ruhepause hat die Fußballabteilung des TSV Kuppingen die Spieleidee wieder ausgegraben. Das Prinzip ist einfach und effektiv: Mannschaften kämpfen gegeneinander, die Spiele finden unter freiem Himmel statt auf dem Rasen, sind aktionsreich, manchmal auch nass, und vor allem originell ausgedacht: Ein großer Kindergeburtstag für Erwachsene, die natürlich alle gewinnen wollen. Eine Mohrenkopfschlacht allerdings noch nicht - dafür aber akrobatische Kunststücke, Geschicklichkeitsspiele und Abenteuer auf der Toilettenschüssel.

Gleich mehrere dieser Schüsseln standen auf der Spielfläche beim Kuppinger Sportheim bereit. Ihre Bestimmung war eine eher harmlose: Auf ihnen durften einige Kuppinger Platz nehmen, die sich zuvor einen Helm mit Saugglocke aufgesetzt hatten - der Stiel ragte steil nach oben und musste von Ringwerfern getroffen werden. Keine leichte Sache. Sobald so ein Ring über einen Stil rutschte, durfte der Nächste im Parcours lostraben - beim "Rugele-Lauf". Ein "Rugele" ist, was der Nichtschwabe nicht weiß und auch mancher Schwabe nicht, ein rundes Holzscheit. Hier geht es darum, sich voranzubewegen, indem man ständig solche "Rugele" umstellt, auf sie tritt, die hinteren nach vorne holt - kein Sport für Menschen, die für Hexenschuss anfällig sind. Hat der "Rugele"-Wettläufer sein Rennen gemacht, darf ein weiteres Mitglied der Mannschaft losstürmen und einen Basketball in einem Netz versenken. Ein Stapel-Lauf - umständlich, mühselig, spannend, mit vorprogrammierten Pannen, die das Adrenalin in den Adern der übrigen Mannschaftsmitglieder pochen lassen.

Diese Teams gaben sich im ersten Jahr der Wiederauferstehung die originellsten Namen. Da kämpften beispielsweise die "Ramazz Mias" - wohl inspiriert von einem klebrigen Getränk, das besonders gerne durch weibliche Kehlen schlüpft; ,die "Fantastischen 4×2" - vier Männer, vier Frauen, liiert und deshalb bestens auf den Wettkampf eingestellt; die Mannschaft "Schwach und Schwächer", die "New Kids ohne Bock", die "Turboschnecken" und das "Mon Cheri Team". Natürlich auch die Fußballer des TSV Kuppingen, die sich den ganzen Spaß ausgedacht hatten.

Die originalen "Spiele ohne Grenzen", zu ihrer glorreichsten Zeit moderiert von Camillo Felgen und dem damals noch jungen Frank Elstner, wurden von 1965 bis 1982 ausgestrahlt, von Peter Gabriel besungen, und erlebten in den späten 1980ern eine kurzlebige Neuauflage unter Leitung des Schlagerstars Michael Schanze. In Kuppingen wird sich so manch ein Fußballer erinnern an die Fernsehnachmittage seiner Jugend, denn dort spielte man die "Spiele ohne Grenzen" getreu bis vor etwa zehn Jahren im Sommer, also bis etwa 1999. Dann war Schluss. Schade, dachte sich zum Beispiel Wolfgang Strohäcker, stellvertretender Abteilungsleiter des Fußballs im TSV und Vorsitzender des Fördervereins Fußball, der die Spiele denn auch in diesem Jahr ausrichtete. Sieben Spiele sollte es geben, immer wieder unterbrochen vom Pausenspiel Tauziehen, bei dem Männer gegen Männer und Frauen gegen Jugendliche anzogen.

Zwölf Mannschaften nahmen es miteinander auf, jeweils sechs bis acht Kämpfer stark, vier Kategorien traten an: vier Mannschaften mit Herren, drei Mannschaften mit Damen, drei gemischte Mannschaften mit jeweils mindestens zwei Damen, zwei Jugendmannschaften. Etwas bedauerlich fand Strohäcker, dass nur wenige der örtlichen Vereine eigene Mannschaften anmeldeten. Ausnahmen lediglich der HCK mit dem "HCK-Team" - und natürlich die stets agilen Landfrauen, die einen besonderen Joker mitgebracht hatten: eine große Milchflasche.

Vielleicht stand die Milchflasche den Landfrauen ja bei beim feuchten Parcours, bei dem die Wettkämpfer lostraben mussten mit Helmen aus halbierten Fußbällen auf dem Kopf, an denen entweder ein weiterer halbierter Fußball als Gefäß, oder ein Schwamm befestigt war - es galt Wasser aus einer gut gefüllten Mülltonne aufzusaugen oder sich einschenken zu lassen, loszujoggen, mitunter sogar mit hinderlichen Taucherflossen an den Füßen, und einen Sammelbehälter zu füllen, der zuletzt gewogen wurde.

Das "Schwammkopf-Spiel", angeregt vom amerikanischen "Sponge-Bob", bildete den Abschluss der Kämpfe und sorgte für Laune: "Das war dann eine Riesen-Gaudi", erzählt Strohäcker, "jeder war nass." Als Sieger gingen in ihren jeweiligen Kategorien das "HCK-Team", die Jugendlichen von "Schwach und Schwächer", die Landfrauen und, bei den gemischten Mannschaften, die evangelische Kirchengemeinde mit 71 Punkten aus den Kämpfen hervor. Sie trugen jeweils einen Wanderpokal nach Hause, den sie im kommenden Jahr hoffentlich verteidigen dürfen: Ziel des Fußball-Fördervereins ist es natürlich, die Spiele auch 2010 wieder stattfinden zu lassen. Die ersten "Spiele ohne Grenzen" Kuppingens nämlich fanden vor 20 Jahren statt - damals gewann wie heute die Mannschaft des HCK.
 

 

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